Spinnwirteln sind etwas ganz besonderes. Wir hatten das Glück, gleich drei davon rund um unseren Hof zu finden (siehe Bilder). Die Wirteln aus Keramik datieren vermutlich in die Bronzezeit.

Von der Jungsteinzeit bis zum ausgehenden Mittelalter waren Spinnwirtel unerlässliches Werkzeug bei der Textilherstellung. Auf eine stabförmige hölzerne Spindel mit spitzen Enden gesteckt, dienten sie als Schwungrad bei der Erzeugung von Fäden. Aus einem größeren Büschel von Wolle oder Fasern, auch Rocken, Wocken oder Kunkel genannt, wurden einzelne halb herausgezogen, verzwirbelt und am oberen Ende der Spindel befestigt. Versetzt man die Spindel mit dem Spinnwirtel nun in Drehung, so fügen sich die Fasern zu einem festen Faden zusammen. Spinnen gehörte in früheren Zeiten zu den Haupttätigkeiten der Frau. Durch den großen Bedarf an Textilien stand in vielen Häusern die Spindel wohl selten still. Dies erklärt auch die große Rolle des Spinnens in Märchen und Sagen. Vorgeschichtliche Spinnwirtel belegen eindeutig die handwerkliche Produktion von Kleidung und damit den Standpunkt einer festen Siedlung, in seltenen Fällen auch einer Grabstelle. Häufig ist davon die Rede, dass Spinnwirtel mit magischen Eigenschaften behaftet gewesen seien, nornenhaft, den Weltenlauf symbolisierend. Wie oft wird sie sich wohl gedreht haben und welche Frauen und Kinder haben damit lachend, singend, weinend Wolle und Flachs versponnen? Welche alten Geschichten wird man sich dabei erzählt haben?